Johannespassion

Johann Sebastian Bachs Johannespassion in einer CHOReografie

In der Apsis der Klarakirche Nürnberg hat das Orchester bereits Platz genommen, dichtgedrängt und erwartungsvoll sitzen die Zuhörer in ihren Bänken. Als Antje Langnickel, die Leiterin des ensemble belCanto nürnberg auftritt, um den Einsatz zum Beginn des kurzen Orchestervorspiels zu geben, ist noch kein Chor sichtbar.

Während die letzten Takte erklingen, kommt auf einmal Bewegung in die Reihen der Zuhörer. Aus jeder Bank erheben sich zwei grau gewandete Gestalten, und plötzlich ertönt es aus dem ganzen Kirchenraum: “Herr, unser Herrscher, dessen Ruhm in allen Landen herrlich ist...!“

Augenblicklich befinden sich die überraschten Zuhörer mitten im musikalischen und dramatischen Geschehen der Passionsgeschichte. Vom rückwärtigen Kirchenraum kommend , betritt jetzt der Evangelist den Mittelgang und berichtet im langsamen Vorwärtsschreiten von den Ereignissen im Garten Gethsemane.

Die Choristen, die neben den Bänken stehend, verharren, folgen ihm mit ihren Blicken und wenden sich ihm  lauschend zu. Und als die Frage Jesu erklingt: “Wen suchet ihr?“, da antworten sie, erst verhalten, dann immer bestimmter und dringender: „Jesum, Jesum von Nazareth!“

Der Chor ist das Volk, eine aufgewiegelte Menge, die in Bewegung gerät und die dramatische Handlung der Passion vorwärts treibt. Um zu verdeutlichen, dass jeder von uns zum Volk gehört, agiert der Chor aus der Mitte der Zuhörer, die damit unmittelbar in das Geschehen einbezogen werden.

Immer aggressiver fordern die Juden von Pilatus, ihnen den Jesus herauszugeben und die Choristen eilen schließlich durch die Bankreihen der Zuhörer in den Mittelgang, laut rufend: “Nicht diesen, sondern Barrabam!“

Weitere Wortwechsel mit Pilatus folgen und gipfeln am Ende in lauten Zornesrufen: „Kreuzige ihn!“, währenddessen sie sich selber in Kreuzesform aufstellen.

Es bedarf noch einiger immer heftiger vorgetragenen Anmutungen der Juden gegenüber Pilatus, bis dieser ihnen nach einem zweiten Kreuzige–Chor den Jesus überantwortet.

Nach der nur symbolisch dargestellten Kreuzigung gehen die Choristen einzeln nach vorne und finden sich wieder im Halbrund der Apsis zusammen. Während sie sich immer wieder einander zuwenden, ertönt ihr Beschluss : „Lasset uns den nicht zerteilen...!“

Als schließlich der Schlusschoral erklingt, ist aus dem aufgewiegelten Volk die trauernde Gemeinde geworden, wohl eins mit den ergriffenen Zuhörern, und das Kirchenschiff und alle Menschen darin sind erfüllt von dem Choral “Ruht wohl, ihr heiligen Gebeine....“.

Alle Aufnahmen stammen aus der Generalprobe. Während der Aufführung wurde nicht fotografiert.

Zusammenstellung von Wort und Bild : Hannelore Barz

Termine aktuell

Nov
11
2017
Auf dem Programm stehen Kompositionen von Dowland, Monteverdi, Byrd, Palestrina.
 
Alte Musik bezaubert bei Kerzenschein.
 
Unterstützt wird das Ensemble Belcanto vom Blockflötenensemble Tanto Quanto und Christine Riessner an der Laute.
 
Eintritt frei - Spenden erbeten
Nov
17
2017

Alma do Samba - wir sind eine Percussion Gruppe aus Nürnberg, die seit mehr als 15

Jahren leidenschaftlich brasilianische Musik in ihrer ganzen Vielfalt spielt.“

http://www.almadosamba.de