Eric Whitacre: Cloudburst

Der Regen... Schattenwasser-Augen, Quellwasser-Augen, Traumwasser-Augen

Cloudburst-Wordle

„Cloudburst“ stellt den Ablauf eines Gewitters musikalisch dar. Der erste Teil des Musikstücks ist a cappella und geprägt von einfachen Dissonanzen in der Melodie und individuellen Tempi. Immer lauter werdend ist der Höhepunkt des Stückes: Der Beginn des eigentlichen Gewitters – es entsteht der akustische Eindruck von Blitzschlag, Donner und Regen. Zu Klavier und Schlagzeug (einschließlich einiger ungewohnter Instrumente) werden wir Sängerinnen und Sänger uns einbringen, um einen heftigen Wolkenbruch vorzutäuschen…

„Der Cloudburst ist eine Zeremonie“, schreibt Whitacre, „eine Feier entfesselter kinetischer Energie in allen Dingen. Die Stimmung ist durchgehend ehrfurchtsvoll, meditativ und konzentriert … der Interpret muss die spirituelle Reise mit vollem Respekt vor der Macht des Wassers und der Tiefgründigkeit der Wiedergeburt durchführen.“

Wir empfinden „Cloudburst“ als kraftvoll, zauberhaft, besonders in der chorischen Atmosphäre, die beim Singen entsteht und wir miteinander empfinden dürfen.

Der Text zu „Cloudburst“ stammt von dem mexikanischen Schriftsteller Octavio Paz (1914-1998) und wurde von Eric Whitacre für das Chorstück adaptiert:

La lluvia ojos de agua de sueno (Cloudburst) de Octavio Paz
La lluvia 
ojos de agua de sombra, 
ojos de agua de pozo, 
ojos de agua de sueño. 
Soles azules, verdes remolinos 
picos de luz que abren astros 
como granadas. 
Dime, tierra quemada, no hay agua? 
Hay sólo sangre sólo hay polvo, 
sólo pisadasde pies desnudos sobre la espina?

La lluvia despierta 
Hay que dormir con los ojos abiertos, 
(...) hay que soñar en voz alta, 
hay que cantar 
hasta que el canto eche 
raíces, tronco, ramas, 
hay que desenterrar la palabra perdida 
recordar que dicen sangre, la marea, 
la tierra y el cuerpo,
volver al punto de partida.

Übersetzung des Textes "La lluvia ojos de agua de sueno" (Cloudburst)
von Octavio Paz

Der Regen ... 
Schattenwasser-Augen
Quellwasser-Augen
Traumwasser-Augen
Blaue Sonnen, grüne Wirbelwinde,
Vogelschnäbel aus Licht 
picken Granatapfelkerne.
Aber sag mir, verbrannte Erde, 
gibt es kein Wasser? 
Nur Blut, nur Staub,
nur nackte Fußspuren auf den Dornen?

Der Regen weckt ... 
Wir müssen mit offenen Augen schlafen, 
(...) wir müssen laut träumen, 
wir müssen singen, 
bis das Lied Wurzeln schlägt, 
Stamm, Äste, Vögel, Sterne, 
wir müssen das verlorene Wort finden, 
und uns daran erinnern, 
was das Blut, die Gezeiten, 
die Erde und der Körper sagen,
und wieder zurückkehren zum Anfang ....

Original: „El cántaro roto“. In: Paz, Octavio: Gedichte. Spanisch und deutsch. Suhrkamp, 1977

Quellen:
Eric Whitacre – Composer, Conductor, Speaker: http://ericwhitacre.com/
Meurig Bowen © 2006 about Eric Whitacre and his works: http://www.hyperion-records.co.uk/dc.asp?dc=D_CDA67543
Die Virtuelle Chormusik Bibliothek: http://www.musicanet.org/es/textos/00/00071es.htm bzw. http://www.musicanet.org/de/texte/00/00071de.htm

Autor des Beitrags

Chormitglied seit 2014

Seit Januar 2015 stellvertretende Vorsitzende des Vereins Ensemble BelCanto Nürnberg e.V.

Veröffentlicht am

16. Juli 2015 - 10:00

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